HPLC USP-Methoden

Adjustments - Anpassungen nach USP Kapitel 621

Anwender aus dem regulierten Umfeld (z. B. der Pharmaindustrie) sind vielfach an sogenannte Monographie-Methoden der europäischen- oder US-Pharmakopöe (Ph. Eur. bzw. USP) gebunden. Die in den Arzneibüchern festgelegten Spezifikationen für die Analytik der zu untersuchenden Stoffe müssen befolgt werden. Diese sind hauptsächlich im Kapitel 621 der USP festgehalten.

 

Das Kapitel 621 der USP beinhaltet ausdrücklich praxisnahe Empfehlungen, welche Abweichungen von Spezifikationen der Methode in einer Monografie erlaubt, ohne dass eine Revaliderung der Methode erforderlich ist. Das „Adjustment“ (Anpassung) gilt als notwendig für die Erfüllung der Systemeignungstests-(SST)-Kriterien. Die erlaubten Änderungen sollen im Folgenden genauer erklärt und anschließend Beispiele geliefert werden.

 

Anpassungen der USP <621> zum 01.12.2022 (01.01.2023 für Ph. Eur., J.P, B.P) erlauben nun erstmals Änderungen bei Gradienten Methoden. Diese Änderungen waren bisher ohne eine Revalidierung nicht erlaubt. Durch diese Änderungen können kleinere Partikel oder Core-Shell Partikel (Superficially Porous Particles, SPP) bei Gradienten verwendet werden, was die Produktivität in einem Labor erhöhen kann.

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Änderung der Stationären Phase

Änderungen der stationären Phase sind grundsätzlich erlaubt. Dabei muss jedoch die L-Kategorie der USP beibehalten werden und darf nicht verändert werden.


Änderung der Säulendimension

Eine Abänderung der Säulendimension (Länge, Innendurchmesser und Partikelgröße) ist in einem bestimmten Rahmen möglich. Die Grenzen für die Änderung der Abmessungen variiert je nach Methode (isokratisch oder Gradient) und basierend darauf, ob ein vollständig poröses Material (Totally Porous Particle, TPP oder Fully Porous Particle, FPP) durch einen Core-Shell Partikel (SPP) ausgetauscht werden soll. Die Bedingungen beziehen sich dabei lediglich auf die Länge und die Partikelgröße. Der Innendurchmesser kann frei gewählt werden.

TPP zu TPP bei Isokratischen und Gradienten Methoden

Für die Berechnungen der Kriterien wird die Länge (L) und die Partikelgröße (dp) benötigt.

 

L/dp: von -25% bis +50%

 

Zunächst sollte dieser Quotient für die in der USP empfohlene Säule berechnet werden. Dieses Ergebnis ist der Ausgangspunkt für den Bereich -25% bis +50%. Bei einer Säule mit einer anderen Abmessung sollte L/dp im ermitteltem Bereich liegen.

TPP zu SPP bei Isokratischen Methoden

Bei einem Wechsel von vollständig porösen zu Core-Shell Materialien, wird ein anderes Kriterium für die Änderung der Dimension herangezogen. Hier ist die Bodenzahl N der wichtigste Faktor.

 

N: -25% bis +50%

 

Dabei wird die Bodenzahl der ursprünglichen USP Methoden ermittelt und mit der Bodenzahl der Core-Shell Säule verglichen. Dabei muss das Verhältnis von L/dp nicht im Bereich von -25 bis +50% liegen.

TPP zu SPP bei Gradienten Methoden

Gradienten Methoden erlauben nicht die einfache Bestimmung der Bodenzahl und daher kommt ein weiteres Kriterium zum Einsatz. Dabei wird die Retentionszeit tR ins Verhältnis mit der Breite auf halber Höhe gesetzt Wh.

 

(tR/Wh)2: -25% bis +50%

 

In diesem Fall wird dieses Verhältnis wieder mit der ursprünglichen Methode der USP verglichen. Wie bei isokratischen Methoden muss hier das Verhältnis von L/dp nicht im Bereich von -25 bis +50% liegen.


Anpassung der Flussgeschwindigkeit

Wurde die Dimension der Säule geändert, zieht dies Anpassungen in der Flussgeschwindigkeit (Flussrate) mit sich. Dabei kann die Flussrate für die neuen Säulenabmessungen basierend auf den ursprünglich Werten berechnet werden. Für die Berechnung der neuen Flussrate kommt folgende Formel zum Einsatz:

Nicht geändert werden darf die Wellenlänge des UV/VIS-Detektors. Es muss sichergestellt sein, dass der absolute Fehler bei der Einstellung der Wellenlänge +/− 3 nm nicht überschreitet.

Für genauere Informationen siehe nebenstehende Informationen der USP. ->

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